Fahrzeugklasse Motorrad
Geburt Sachsenring bis Kriegsbeginn
1927 - 1939Die Gründung des Sachsenrings erfolgte 1927 mit dem Badberg Viereckrennen. Die ausgeschriebenen Klassen waren ausschließlich Motorrädern der damaligen Zeit vorbehalten. Die vertretenen Marken waren vielfältig und international. Unter den deutschen Herstellern dominierten unter anderem Schüttoff, NSU und weitere Marken jener Zeit. Die Motorräder entsprachen weitgehend dem Serienzustand und waren keine speziell entwickelten Rennmaschinen. Die Zuverlässigkeit der Technik war entscheidend für Sieg oder Ausfall im Rennen.
Fabrikate:
DKW, Schüttoff, BMWNachkriegsära bis Weltmeisterschaft
1949 - 1960Mit der fortschreitenden Motorisierung der Bevölkerung, insbesondere durch Zweiräder, erlebte die deutsche Motorradindustrie einen Aufschwung. Erfolge im Rennsport wurden aktiv für Werbezwecke genutzt und hatten große Bedeutung. Die Hersteller gründeten eigene Rennabteilungen und verpflichteten Werksfahrer, die zu Helden der Zuschauer wurden. Die deutsche Motorradindustrie erlebte in dieser Zeit ihre erfolgreichste Phase. Marken wie BMW, Adler, NSU und DKW begeisterten auf der Rennstrecke im Wettstreit mit englischen und italienischen Herstellern. Die technische Entwicklung aus dem Rennsport floss in vielen Fällen direkt in die Serienproduktion ein.
Fabrikate:
NSU, Norton, AWO, BMWWeltmeisterschaftsjahre
1961 - 1972Mit der Vergabe des Weltmeisterschaftsprädikats begann für den Sachsenring ein neuer Abschnitt. In dieser Periode wurden jährlich die epischen Duelle der dominierenden Hersteller wie Honda, Yamaha oder MV Agusta ausgetragen. Jedes Jahr strömten mehr Fans an die Strecke, um den internationalen Flair zu erleben. Die MZ Rennabteilung aus dem nahen Zschopau stellte Werksfahrer, während dahinter nationale und internationale Privatfahrer um die Platzierungen kämpften. Die Helden dieser Zeit sind bei vielen Fans bis heute präsent.
Fabrikate:
Marken der WM, MZ, Yamaha, MV Agusta, HondaMotorsport in der DDR
1973 - 1990Nach dem Ende der Weltmeisterschaftsläufe auf dem Sachsenring wurde der Motorsport überwiegend durch nationale Fahrer sowie Teilnehmer aus den sozialistischen Ländern geprägt. Die DDR Sportler erzielten trotz teilweise unterlegener Technik und mit großem Kampfgeist hervorragende Ergebnisse im Meisterschaftskampf. In den Ausweis und Lizenzklassen fanden die Sachsenring Rennen jährlich im Juli statt. Für nationale Fahrer war der Einsatz westlicher Technik nur unter der Bezeichnung „Eigenbau“ möglich. In den Klassen 50 cm³ (später 80 cm³), 125 cm³ sowie 250 cm³ Ein und Zweizylinder waren die Motorradrennen stets Höhepunkte in der Region.
Fabrikate:
Eigenbau aller Klassen, andere passende MotorräderBeginn auf dem neuen Sachsenring
1995 - 1998Nachdem der AMC Sachsenring mit eigenen Veranstaltungen unter dem Zusatz „Sachsenring“ in Most und Brno gastiert hatte, wurde 1996 ein großer Traum Wirklichkeit. Auf der Infrastruktur des neuen Fahrsicherheitszentrums gastierten die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft sowie die Super Tourenwagen Serie erstmals wieder auf dem Sachsenring. Der alte Straßenkurs wurde durch ein Motodrom mit gewissen Kompromissen ersetzt. Die Fans zeigten sich begeistert und legten damit den Grundstein für die spätere Vergabe der Weltmeisterschaftsläufe. Im Motorradbereich war die Pro Superbike Serie, die live im Fernsehen übertragen wurde, der Höhepunkt. In weiteren Klassen starteten zahlreiche junge Fahrer aus der Region, die später den Aufstieg in internationale Rennserien schafften.
Fabrikate:
Pro Superbike, Junior Cup, 125 / 250 ccm Rennmaschinenaktuelle Weltmeisterschaft / Moto GP
1998 - heuteMit der viel umjubelten Rückkehr der Weltmeisterschaft gingen wieder alle WM Klassen an den Start. Neben den 125 und 250 cm³ Klassen war auch die prestigeträchtige 500 cm³ Klasse vertreten. Im Zuge der technischen Entwicklung wandelten sich die Klassen später zu Moto3, Moto2 und MotoGP. In den Folgejahren waren umfangreiche Investitionen in Strecke und Infrastruktur erforderlich, um den dauerhaften Verbleib des Weltmeisterschaftsprädikats zu sichern. In den Rahmenrennen starteten anfangs BMW Boxer Klassen, später auch die K 1300. Seitenwagen und Nachwuchsklassen wie die Dark Dog Challenge oder der ADAC Junior Cup waren feste Bestandteile des Programms.
Fabrikate:
125 / 250 / 500 Klasse, Moto 3 / Moto 2 / Moto GPHelden der Motorradgeschichte
alle JahreIn dieser Klasse werden die Helden der Motorsportgeschichte präsentiert, die nicht nur auf dem Sachsenring aktiv waren. Viele bekannte Namen der 1990er Jahre besaßen große Fangemeinden, konnten jedoch aufgrund der politischen Weltlage lange Zeit nicht auf dem Sachsenring starten. Bei den Sachsenring Classik Veranstaltungen waren schließlich Fahrerlegenden wie Toni Mang, Freddie Spencer, Kevin Schwantz oder Carl Fogarty live auf der Strecke zu erleben.